Sonntag, 11. November 2012

Ride the Tiger

Am letzten Samstag bin ich mit meiner Mitbewohnerin und den Mädels aus der Arbeit nach Tigre gefahren. Es ist eine kleine Stadt, ca. 30km von Buenos Aires weg, die am Mündungsgebiet des Rio Luján liegt. 30km und dennoch wie eine andere Welt.

Wir treffen uns am RetiroBahnhof in BsAs und fahren gemeinsam los. Es ist Wochenende und der Andrang ist groß. Auch das Wetter hat einen totalen Umschwung vollführt. Es ist wahnsinnig warm und es besteht die Gefahr auf einen Sonnenbrand. Für die 30km brauchen wir eine Stunde, man kann sich also vorstellen, wie schnell die Bahn war. Jedoch ist es erneut spottbillig. Transport, oder zumindest naher Transport, ist hier wahnsinnig günstig. Ich werd mal sehen, wie weit sich das ausnutzen lässt.

Die Fahrt geht dank Gespräche und einigen Musikmachenden Fahrgästen relativ schnell um und wir landen in Tigre.


Seit langem sehe ich wieder Wasser und ärgere mich auch nur wenig über die braune Farbe. Die Flüsse hier sind leider alle braun...da fehlt mir selbst das Rostocker Hafenwasser. Das war immerhin blau.
Tigre soll für 2 Sachen bekannt sein: Möbel und Früchte.
In der Tat werden auf einem Markt sehr viele Möbel angeboten, die alle aus dunklem Holz hergestellt sind. Ich stelle mir vor, wie manche Möbel in meiner Wohnung aussehen würden, bis ich merke....welche Wohnung egtl?
Ich habe ja in Deutschland gar keine.

Wir machen eine kleine Pause in einem Restaurant und ich bestell mir wieder Choripan. Yeah!


Dann schlenderten wir weiter durch die Stadt und entschieden uns eine Bootsfahrt zu machen. Es war der Wahnsinn.
Mit 2 anderen Herren waren wir die Einzigen auf dem Boot und sind knapp eine Stunde unterwegs gewesen. Das Mündungsdelta ist ein Landstück durchzogen von Flüssen. Es gibt also überall kleine Inseln, die auch für Touristen zu mieten sind. Alte Flussdampferwracks rosten in manchen der kleinen Buchten vor sich hin. Jetskis brausen an uns vorbei, andere Touristendampfer kommen uns entgegen.
Es war einfach kein Vergleich zum Stadtleben in Buenos Aires. Dabei ist es auch noch so einfach dort hinzukommen. Ich werd auf jeden Fall wieder hinfahren.

Der Rückweg war etwas schwieriger. Eine Bahn fiel aus wegen Personenschaden. Eine andere wegen technischen Problemen. Noch immer brannte die Sonne. Die Zahl der wartenden wuchs. Es ist schon was anderes als in Deutschland. Die Deutsche Bahn ist bei weitem nicht perfekt, aber wenn ich mit der iwo stecken bleibe, weiß ich, dass ich iwie dorthin komme, wo ich hin will.

 Bald kommt jedoch die Bahn und es heißt eine Stunde stehen, weil kein Platz mehr frei ist. In Argentinien werden Frauen, bzw. älteren Damen und Herren ohne Kompromisse immer vorgelassen. Das find ich sehr angenehm, heißt aber für mich, dass ich immer stehen muss. Manchmal wäre es auch schön, wenn ich sitzend zur Arbeit kommen könnte, aber ich bin ja noch jung. Ich halte das aus.

Auch wenn Tigre schön war, freue ich mich auf eine Dusche. Ein heißer Tiger-Tag.

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