Noch einmal fuhr ich nach Cordoba. Im November war ich das erste Mal dort und wurde super aufgenommen. Mit Danü fuhr ich hin. Eigentlich wusste er gar nicht genau, was er dort wollte. Wahrscheinlich wollte er mich nur begleiten oder wie immer nur aus Buenos Aires raus, um frische Luft zu schnappen.
Ich besuchte Tomas und seine Freundin Agus, die ersten Cordobesen, die ich kennenlernen durfte. Tomas hatte sein Deutsch nicht verbessert und sein Spanisch war noch immer unmöglich zu verstehen. Er sprach mit starkem Cordoba-Dialekt und viel zu schnell. "Mein Schatz", sagt Agus, die in Mar del Plata geboren ist. "Er versteht dich nicht, wenn du so redest." Als Tomas kurz verschwindet, sagt auch Agus, dass sie ihn manchmal auch nicht versteht. Wir gehen feiern und ich treffe noch andere Cordobesen wieder. "Du hast immer einen Grund zum Wiederkommen", sagen sie. Ich treffe Natalia, bei der ich Silvester feiern durfte. Zu dem Zeitpunkt konnten wir keine 10 Minuten normal miteinander reden, wegen meiner Sprachbarriere. Nun geht es besser. Ich ringe ihr das Versprechen ab, mich mal in Deutschland zu besuchen. Ob sie es halten kann, weiß ich nicht, aber es hilft.
In Buenos Aires kehre ich zurück zur Arbeit. "Ein gut bestelltes Haus hinterlassen". Doch als ich wiederkomme, gibt es Waffeln. Hui, da freue ich mich. "Marten", sagt meine Chefin. "Wir haben ein Geschenk für dich." Ich hab schon erzählt, wie sehr ich vom Llama que llama schwärmte. In meiner Erinnerung habe ich einmal gesagt, dass ich mir ein Stofftier wünsche, so nebenbei verloren in der Vielzahl meiner Worte. In der Realität muss ich jeden, der mir im Büro begegnete zu Tode genervt haben. Man schenkte mir ein Lamababy.
Ich bin so gerührt.
Ich lade zu meinem Abschied ein. Einen Tag vor den Vorwahlen. Schlau? Eher weniger. Man keinen Alkohol kaufen. Egal, gefeiert wird trotzdem. Erneut muss ich mit meiner Vermieterin verhandeln.
Nur Freunde? Ja klar.
Es kamen auch Menschen, die ich gar nicht kannte.
Alles sauber? Ja natürlich.
Eine Weinflasche geht zu Bruch, eine rote Pfütze im ganzen Wohnzimmer.
Leise? Selbstredend.
Don't stop me now von Queen wird kollektiv mitgesungen.
Ich freue mich, dass so viele gekommen sind.
Das letzte Mal Asado. Wie ich es vermissen werde. Fleisch ohne Ende, so gut und so günstig.
Der Besitzer kennt mich mittlerweile, begrüßt mich mit Handschlag, redet mit mir über Gott und die Welt. Gemeinsam mit den engsten nochmal ein gutes Asado essen.
Dann der letzte Weg zum Flughafen. Ich erinnere mich. 333 Tage war ich nun im Land. Als ich ankam, war alles groß und neu. Nun ist es vertraut. Ich verstand fast kein Wort. Nun unterhalte ich mich auf Spanisch mit meinen Freunden. Ich kannte gar nichts von Südamerika. Nun war ich in fünf Ländern, vier Hauptstädten, auf Bergen, an und auf Seen und in Schluchten. Ich zähle zwei Wohnungen, dutzende Hostels, tolle Menschen auf meinem Weg und darunter die vielen Mitbewohner.
War ich traurig half man mir hier und durch Nachrichten aus Deutschland. Ich kriegte viele Postkarten und habe mich über jede einzelne gefreut.
Ich verließ Argentinien und ließ einen Teil von mir dort zurück.
Und so endet es.

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