Die Euphorie um die Papstwahl hält an. Immer leiser werden die Stimmen, die anfangs gegen diese Wahl waren. In meinem Umfeld postet niemand mehr deutlich negatives. Die Stimmen in der Presse über die Militärdikatur werden leiser. Es obsiegt die Sympathie. Bescheidenheit, Humor und Offenheit scheinen letztendlich Misstrauen und Missgunst zu besiegen, und wenn nicht, zumindest zu verdrängen.
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| Foto: DyN |
"Gott ist aus Argentinien, und der Papst auch." steht auf die blauen Streifen der argentinischen Flagge geschrieben, die ein Passant vor der Masse schwingt. Es erstaunt, wie die Argentinier den Profit wittern. Imbissstände, Getränkeverkäufer und fliegende Händler die Flaggen und Bilder zum Hochhalten verkaufen. Menschen tragen die Flagge des Vatikans als Umhänge. Die Stadt wurde bereits stolz mit Bildern beklebt, die "Viva el papa!" rufen oder die ausdrücken, dass der Papst nicht nur Argentinier sei, sondern auch Peronist, der herrschenden politischen Bewegung im Land. Dort beginnt die Politisierung. Man muss wissen, dass die journalistische Welt in Argentinien sehr monochrom ist. Es gibt entweder Pro-Präsidentin oder Contra-Präsidentin. Nichts dazwischen und wenn doch, sind solche Stimmen seltener als das 151° Pokémon.
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| La tapa de ABC fustigó a Cristina. | Foto: ABC |
Eine Stiftung aus Buenos Aires hat da sonst auch einen ganz netten Bericht geschrieben.
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| Foto: DyN |
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| Foto: DyN |
Die Masse stört das nicht. Sie feiert. Bis der Platz vor der Kathedrale aussieht, wie nach einem Festival. Pfandflaschensammler könnten reich werden, gäbe es in Argentinien ein entsprechendes Pfandsystem. Wäre der Platz nicht sowieso schon asphaltiert, würde dort nie wieder ein Grashalm wachsen. Selbst der Obelisk, Wahrzeichen der Stadt, wurde eingefärbt für den Papst.Jeder soll sehen, wie stolz man ist.
Ich selbst freue mich zu sehen, wie glücklich es Menschen macht, aber bin immer noch skeptisch. Nein, das ist zu stark ausgedrückt. Eher vertrete ich noch immer eine gewisse Erwartungshaltung. Ich warte ab. Es ist zu früh, um zu bilanzieren. Auch wenn der erste Eindruck schon mal stimmen mag.






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