Dienstag, 30. Oktober 2012

Bist du vorbereitet?

Die folgende Woche hatte ich wirklich viel um die Ohren. Ich betreute die Ankunft unserer neuen Praktikantin, hatte vieles auf dem Schreibtisch und Events standen auch an.
Eine Buchpräsentation, eine Reise per Inlandsflug nach Córdoba von dort aus nach San Francisco. Manch einer hat schon gehört, dass ich dorthin unterwegs war.
Erstmal die Präsentation. Wir wurden dafür in einen Hotelsaal eingeladen. Alles Wahnsinnig schick. Auch die Leute von meinem Treffen für das Magazin sind dabei gewesen. Schon cool, dass ich da mal wen begrüßen konnte, den ich auch selbst kannte.
Anstatt meine Touristen-Cam habe ich die von einem Journalisten bekommen. Wow, das war ein Unterschied. Ich war richtig begeistert. Bisher war ich immer zu geizig mir sowas zuzulegen und ich dachte für meine Zwecke, würde meine Cam reichen. Aber nun male ich mir aus, wie das mein Leben nachträglich verändern wird.

Auf dem Rückweg im Taxi fahre ich mit meiner Chefin. Seit ich angefangen habe, duzen wir uns und ich bin sowieso total zufrieden mit ihr. Ich hab ja meinen Aufenthalt hier nur ihr zu verdanken. Sie selbst meinte, dass ich daran sehen kann, dass man sich halt nicht zufällig trifft. Auch lobte Sie meine Arbeit und sagte mir, dass die Kollegen sehr zufrieden mit mir sind. Ein gutes Gefühl.

Am nächsten Tag musste ich dann nach Córdoba und von dort aus mit dem Auto nach San Francisco.
Ich bin also morgens aufgestanden und wollte mir bei Starbucks nen Kaffee und nen Muffin oder sowas holen. Tja Pech..Starbucks hat zu. Alleine in der Nähe meiner Wohnung und meiner Arbeit gibt es insgesamt 36 Starbucks! Und dann ist Kaffee hier auch noch so teuer! Really Argentinien???

Nachdem ich mir was Ekliges am Kiosk geholt hab, gings los zum Flughafen. Eine Stunde fliegen, das ist ja nichts im Vergleich zu meinem Herkunftsflug.

Die Fahrt nach San Francisco hab ich verpennt, aber ich hab auch nichts verpasst. Einöde, die nicht anders aussieht als in Deutschland.

San Francisco war jedoch eine niedliche Stadt. Fast jeder fuhr mit Rollern durch die Gegend und die Gebäude waren allerhöchstens 3-stöckig, außer das auf dem Bild.

Ich konnte endlich mal wieder normal in den Himmel schauen. Nachmittags machten die Leute Siesta, also waren alle Geschäfte dicht und die Straßen fast leer. Unser Hotel ist jedoch sehr verranzt und es ist kein Vergleich zu Deutschland.

Abends fanden dann die Vorträge statt, wegen denen wir in die Stadt gekommen sind. Nachwuchspolitiker stellen ihre Ideen vor, wie man bspw ältere Menschen besser integriert. Teilweise schwer für mich zu verstehen, aber interessant.

Danach sind wir ins Rathaus um den Rednern Zeugnisse zu verleihen. Kurz bevor es losgeht, werde ich nach meinem Namen gefragt. Ich wunder mich noch wieso, als die Anmoderation losgeht. Plötzlich spricht der meinen Namen aus. Er dankt für meinen Besuch. Auch der Bürgermeister dankt mir herzlich und überreicht mir eine Art Preis sowie einen Matebecher mit seiner Gravur.




Wow, ich war echt davon begeistert. Nach der Verleihung haben wir im Büro des Bürgermeisters noch eine Kaffeerunde gemacht. Ich hatte so einen Hunger. Als dann Gebäck auf den Tisch kam, habe ich unauffällig versucht mir möglichst viel zu nehmen. Als ich grade in einen Windbeutel beiße, fragt mich der Bürgermeister, ob ich Deutschland vermisse. Sieht natürlich schön seriös aus mit vollem Mund und Creme am Mundwinkel. Ohje...




Am nächsten Tag haben wir eine kleine Stadttour gemacht. Es war wahnsinnig heiß, also hab ich mein Sakko nur am Arm hängen.


Es hieß dann plötzlich, dass wir zu einer Zeitung gehen. Okay, denk ich. Bis man mich was fragt: "Está preparado?" Ob ich vorbereitet bin? Häh? Ich soll auch was sagen?

Jap das sollte ich. In gebrochenem Spanisch versuche ich mit Hand und Fuß die politischen Unterschiede zwischen Argentinien und Deutschland zu erklären. Es klappt einigermaßen...und ich lande in der Zeitung.

Den Rückweg bin ich zwar wahnsinnig zufrieden, aber totmüde. Abends ging ich wieder in Buenos Aires auf eine Party. Am nächsten Tag hieß ich dann schön mit Hangover die neue Praktikantin willkommen. Guter erster Eindruck - Fail!

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