Leider kann ich aus berechtigter Angst vor der Macht des Internets nicht so viel über meine Arbeit berichten. Wer weiß, wo ich arbeite und was ich mache, kann meine ersten Ergebnisse jedoch bereits auf der Homepage meines Arbeitgebers begutachen. Bisher besteht die Arbeit aus dem Verfassen von Berichten, dem Besuch von Veranstaltungen und der Übersetzung von Texten. Gerade für das Einsteigen in die Arbeit ist es sehr nützlich, da ich mir so den Wortschatz aneignen kann, den ich hier brauche. Auch mit dem Dialekt klappt es täglich immer ein Stück besser.
Die nächste Herausforderung ist das Einlesen in die aktuellen politischen Geschehnisse. Zwar habe ich versucht in Deutschland einiges zu verfolgen, aber durch den Mangel der Berichterstattung habe ich nicht viel mitbekommen und um argentinische Zeitungen zu lesen, fehlte mir die Zeit. Hier habe ich das bereits versucht und es klappt einigermaßen. Jedoch sind die Zeitungen hier weitaus politischer geprägt und sehr parteiisch. Dazu kommt, dass die Regierung unter Kirchner sich in einem regelrechten Krieg mit der Presse hier befindet. Es ist also eine brisante Situation.
In meiner Pause schreibe ich die ersten Postkarten, die ich in Recoleta gekauft habe. Leider verkaufte mir man DHL-Briefmarken, mit denen ich wohl in ein spezielles DHL-Büro gehen muss. Ich hoffe, dass das hier nicht der Regelfall ist und ich bald mehr Karten verschicken kann. Ich frage einen Kiosk-Besitzer, wo ich die DHL-Station finde. Ich muss sie aber übersetzen. "Busco De Edsche Elle!"
Beim Versuch, das vorher erwähnte Büro zu finden, verlaufe ich mich und gebe es vorerst auf.
Zu meiner Freude stelle ich fest, dass das Büro unter mir, was auch auch zu meiner Arbeit gehört, 3 Praktikantinnen eingestellt hat. Da die da zu 3. sind und ich ganz alleine, gehe ich einmal am Tag für eine halbe Stunde runter und quatsche mit denen. Man tauscht Nummern aus und plant schon so ein wenig das Wochenende.
Am Abend besuche ich noch schnell eine Veranstaltung eines Partners meines Arbeitgebers. Worum es gehen soll, weiß ich nicht. Ich freue mich eigentlich sehr darauf, denn ich treffe einen freien Mitarbeiter wieder, mit dem ich mich bei Wein schon wunderbar über Journalismus und Literatur unterhalten habe. Ein sehr lustiger und freundlicher Mensch. Man sagt mir, dass er die Veranstaltung auch besuchen wird, also beeile ich mich und...komme natürlich zu spät. Boah nervt das!
Im Fahrstuhl bin ich kurz verwirrt. Man beachte das Bild!
| 1.-3. sowie den 5. Stock braucht man wohl nicht. |
Als ich bei dem Partner ankomme, ist jedoch niemand da. Ich bin der Erste ....ich nutze die Zeit um vom Balkon ein paar Bilder zu machen. Ein Mitarbeiter des Partners kommt herein. Er begrüßt mich mit einem Kuss auf die Wange. Auch wenn das hier Gang und Gebe ist, schäme ich mich jedes Mal ein bisschen.
| Der Besprechungsraum |
Ich bin immer noch der erste Besucher und auch der Einzige. Niemand sonst kommt.
Dann erfahre ich worum es eigentlich geht. Es soll ein politisches Fachmagazin alle zwei Wochen digital veröffentlicht werden. Dafür erstellen wir einen Zeitplan, wann das Layout fertig sein soll und wann die Texte vorliegen müssen. Es erinnert mich etwas an meine Zeit beim heuler.
Nach der Sitzung fühle ich mich eigentlich zugleich etwas überfordert, aber auch bestätigt. Ich bin nun Teil des Teams um dieses Magazin. Dabei kann ich die Sprache noch nicht so gut und habe vom politischen Alltag noch nicht so eine Ahnung.
Das kann ja noch was werden...
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