Dienstag, 16. Oktober 2012

Präsidenten schmieren Ochsenblut an ihre Paläste

Nachdem ich im Japanischen Garten war, gehe ich nun mit meinem Guia-T Richtung Subte - Der U-Bahn. Ebenso unspektalulär und ebenso geruchsintensiv wie in Deutschland, fahren hier die U-Bahnlinien durch die Stadt. Ihr Liniennetz haben die Argentinier aus meiner Sicht jedoch eher ungünstig ausgebaut. Anstatt ein breites Netz mit mehreren Knotenpunkten zu spinnen, laufen die Linien aus 1-2 Knotenpunkten heraus und führen dann in die Stadt. Ähnlich wie die Äste eines Baumes. Umsteigen ist also eher suboptimal.

Dennoch komme ich ans Ziel und stehe auf dem Plaza de Mayo. Um diesen Platz herum bündeln sich die politischen Institutionen. Das Herz der Stadt. Hier erlangten die Argentinier ihre Unabhängigkeit von Spanien. Da der Ort sehr repräsentativ ist, werden hier Demonstrationen abgehalten. Heute ist das Thema die Versorgung von Veteranen aus dem Falklandkrieg. Oh, ich vergesse, dass man Falkland hier auf keinen Fall sagen darf. Man mag den Begriff hier nicht so, da er an die Niederlage erinnert. Die Argentinier sagen Islas Malvinas.

Really?? Ochsenblut?
Am Kopf des Platzes steht die Casa Rosada - der Präsidentenpalast. Er dient als offizieller Sitz des regierenden Präsidenten, jedoch nur formell. Wenn Frau Kirchner da ist, begrüßt sie die Besuchern wohl manchmal sogar. Heute jedoch nicht.
Warum ein rosaner Präsidentenpalast? Man sagt, die Farbe stammt aus der Mischung von Rot und Weiß, den Farben der damals verfeindeten Förderalisten und Unitariern. Die Farbe solle Einheit symbolisieren. Die zweite Geschichte besagt, dass man damals Kalk mit Ochsenblut vermischt hat, um somit fixierende Eigenschaften zu nutzen. Schon komisch, dass ein repräsentatives Gebäude im Herzen der Stadt vollkommen mit Blut beschmiert sein soll.

Cabildo 
Weiter geht es über den Platz. Neben der katholischen Kirche, der Catedral Metropolitana, mit ihren 12 Säulen befindet sich das Gebäude der Stadtverwaltung und daneben der einstige Regierungssitz des Vizekönigreiches, das Cabildo. Ich finds superschön, dass dieses Gebäude so aus der Masse an gleich aussehenden Wolkenkratzern heraus sticht.

Dann beginnt die Avenida de Mayo. Neben der Avenida de Julio auch eine große Straße, aber es ist nichts los. Seelenruhig hocke ich mich hin und mache ein Foto.
Avenida de Mayo in Richtung Congreso

Ich komme nochmals am Cafe Tortoni vorbei, schaue in die Subte-Linia-A (die älteste der Südhalbkugel) und stehe am Ende am Plaza del Congreso.

El congreso
Die Argentinier scheinen sich architektonisch sehr viel abgeschaut zu haben. So erinnert der Kongress stark an das Weiße Haus mit einer Mischung aus europäischen Staatshäusern, während die Avenida de Mayo selbst an Frankreich erinnert. Durch den Einfluss vieler Spanier hat sich dies, aber wieder mit deren Kultur vermischt. 


Als ich vor dem Kongress stehe, werd ich langsam müde und fahre nach Hause.
Es soll am Abend ja noch weitergehen.        

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