Es ist Sonntag der 30. September. Zusammen mit meiner Mitbewohnerin ziehe ich in Richtung Recoleta, das nächstgelegene Viertel. Da hier der Frühling anbricht, scheint die Sonne.
Das Schachbrettsystem der Stadt, macht es leicht sich hier zurecht zu finden. An den einzelnen Blocks kann man sich weitaus besser orientieren, als man es am deutschen Straßensystem je könnte. Jedoch funktioniert das hier auch nicht sooo gut. Vorbild war wohl das Blocksystem von New York, das 100x100m beträgt. Hier sind es aber 120x120m, was das System nicht funktionieren lässt. Die Hausnummern springen daher extrem hin und her. Wenn ich also eine Adresse suche, laufe ich fast jedes Mal daran vorbei.
Unser Ziel ist der Friedhof, der mitten in im Viertel Recoleta liegt. Laut dem Reiseführer ein Must-Have-Seen-Place in Buenos Aires. Und es stimmt. Umgeben von hohen Mauern und Wohnblöcken ist er damit ein totaler Kontrast zum rasenden Verkehr, aber auch ein Sammelpunkt für Touristen.
| Der Eingang zum Cementerio de Recoleta |
Anfangs habe ich etwas Hemmungen Fotos zu machen. Immerhin bin ich auf einem Friedhof, aber hier machen einige Einheimische sogar kleine Shootings zwischen den Gräbern.
Ist wohl so, wie bei uns das Holocaust-Denkmal in Berlin.
Nach dem Friedhof verabschiedet sich meine Mitbewohnerin, weil sie noch ein weiteres Treffen hat. Ich gehe also weiter und erkunde einen Markt, der um die Ecke ist. Hier mein nächstes "großes" Problem.
Den traditionellen Mate habe ich hier übrigens auch schon probiert. Mir schmeckt er nicht sonderlich. Auch wenn man ihn süßt, schmeckt er wie eine Mischung aus Spinat und Moos.
Aufgrund des Mangels von wirklich gut schmeckendem Bier, finde ich jedoch immer mehr Gefallen am Wein.
Wer hätte das gedacht?
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