Freitag, 4. Januar 2013

Marty in Chile. Kapitel 4 - Hola Linda!

Obwohl in der Reihenfolge nicht ganz richtig, bahnt sich nun das letzte Kapitel der Chile-Reise seinen Weg. Seltsam, niemand hat sich gewundert, dass Kapitel 4 bisher fehlte.


Leicht angeschlagen, beginnt unser letzter Tag in Chile. Wir treffen René, einen Mitarbeiter des Wirtschaftszentrums Lateinamerikas und Freund der Stiftung, der uns herumführen möchte. Vorher haben wir jedoch noch etwas Zeit und schlendern durch die Stadt. Wir landen vor dem Plaza de la Constitution. Puls des politischen Lebens. Doch was ist das? Wir entdecken hochranginge Militärs in das Gebäude gehend.
CW will ein Foto machen, aber fürchtet sich.
"Stell dich mal davor, dann tu ich so als würde ich dich fotografieren?"
"Hallo, wir sind Touristen. Touristen machen Fotos."
"Ja und das sind Soldaten. Du weißt, was die können...."
Kurzes Zögern meinerseits ... "okay ich machs."

Ich finde, dass das Militär in Lateinamerika eine seltsame Wirkung hat. Putsch und Putschversuche, Umstürze, Diktaktur, Verschwundene, Tote. Das ist zwar Vergangenheit, aber dennoch irgendwie spürbar. Zumindest für mich.







Kurz vor der U-Bahn - wieder deutlich entspannter als in Argentinien, entdeckt CW einen Schuhputzer auf der Straße. Angesehen als normaler Beruf - ähnlich wie Hundeausführer, Türsteher für Privatwohnungen oder Kartonsammler. Dennoch erinnert mich diese Szene an einen Kolanialherren, der vor seinem Dienstpersonal Platz nimmt. Liegt wohl an dem Hut.
Gab es mal nicht so ein Kinderlied? "Buenos Dias Senor, ich putze gern Ihre Schuh!" 

Wir treffen schließlich René. Eine Seele von Mensch. Sofort fährt er uns zu der Zentrale von seiner Arbeit. Ein großer Komplex. Ich hätte mich der Nettigkeit halber mal informieren können, was er überhaupt macht, aber naja.  Nächstes Mal. Auch hier treffen wir Deutsche. Ausgewandert der Karriere oder der Liebe wegen.
René ist ein Charmeur. Jede Frau begrüßt er mit "Hola Linda" (zu Deutsch: Hallo Hübsche) und natürlich ist jede Frau, die wichtigste Person in der Firma. Er ist mir sympathisch.

Wir fahren zu einem Kindergarten, den René in einem sozialen Projekt aus dem Nichts gebaut hat. Ich bin beeindruckt von der Idee. Treffe aber auf meinen Erzfeind: Kinder. 
"Hola Chico", sage ich wirklich freundlich zu dem ersten Jungen den ich seh. Er läuft weg. Toll.

René führt uns in ein Restaurant und füllt mich ab. Er bestellt mir gleich 2 Teremotos - ein Getränk aus Fernet Branca, Weißwein, Vanilleeis und einer geheimen Zutat. Am Nebentisch hat ein Mädchen Geburtstag. Was macht René? Steht auf, schnappt sie sich, tanzt mit ihr. Na Hallo!

An einem Bücherstand passiert es. Ich komme ins Gespräch mit einem Chilenen, der eine Schweizerin geheiratet hatte. Will damit sagen: er kann deutsch. Er erzählt von seinem Sohn, seiner Frau, seinem Bücherladen. Oh der Bücherladen gehört ihm? Er fragt, ob ich mir ein Buch wünsche. 
Was habe ich ihm wohl gesagt? 
Oh JA!





Ich schließe den Tag mit einem Zitat aus CW's Blog - sehr zu empfehlen! 

"Herr T. verehrt Johann Wolfgang von Goethe. Ganze Verse von Faust kann er herunterbeten. (...)

Jetzt hat Herr T. endlich Fausto gekauft, den Faust auf Spanisch. Er ist schwer glücklich und leicht betrunken."

CWs Blog!


Diese verdammten Teremotos!

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