Entweder merke ich davon nichts oder alle verbliebenen Menschen fahren zur selben Zeit Subte wie ich. Denn es ist voll. Jedes Mal.
Die Subte kommt. Die Türen gehen auf. Eine Wand aus Menschen steht vor mir. Berühungsängste gibt es hier nicht. Die Leute schieben sich einfach hinein. In Deutschland wäre dies undenkbar. Die Menschen würden Panik kriegen, manche vielleicht sogar umkippen. Ich will nicht leugnen, das dies nicht auch in Argentinien ab und an passiert, aber es ist anders. Sie nehmen die Nähe zum Fremden hin und zeigen Rücksicht. Obwohl sie eingepfercht sind wie die Tiere und einen Körperkontakt erleben, der nur durch zwischenmenschliche sexuelle Interaktion zu überbieten wäre, bleiben sie nett und bitten um Entschuldigung. Für mich ist die Subte zuverlässiger als der Bus. Zwar hat die Subte keine Abfahrtszeiten und kostet mehr, aber sie steht nicht im Stau und brauch selten länger als 10 Minuten. Zum Vergleich: Auf den Bus, tagsüber 18 Uhr, wartete ich auch mal eine Stunde. Und in beiden Verkehrsmitteln stehe ich eingepfercht herum.
Was auf Dauer lästig sein kann, sind die Verkäufer. Man kann in der Subte alles Erdenkliche erstehen: Kaugummis, Stadtpläne, Süßigkeiten, Sticker, Schlüsselbänder, Chips. Musiker und Tänzer performen zwischen den Stationen. Barfüßige Kinder oder fast verkrüppelte Männer betteln um ein paar Pesos.
Zugegeben meistens gebe ich nichts. Doch neulich gab mir dieser Junge diese Karte:
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2 Pesos wollte er. Ich gab ihm 5.

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